Die Pfoten gehören zu den wichtigsten Werkzeugen des Hundes. Sie bestehen aus den Zehen und Ballen. Die Ballen enthalten für die Dämpfung dicke Fettpolster. Anatomisch gleichen Pfoten den menschlichen Händen. Vier durch Hautlappen miteinander verbundene Zehen tragen das Körpergewicht, der fünfte Zeh, die Afterzehe (vergleichbar mit unserem Daumen), sitzt ein wenig höher am Vorderlauf. Zwischen den Zehen sind die Ballen. Die Haut, die sie schützt, ist mit rund 1800 Mikrometer etwa 50-mal dicker als die restliche Haut am Hundekörper. Darunter sitzen dicke Fettpolster. Deren stoßdämpfende Wirkung versuchen seit Generationen die Sportschuhhersteller dieser Welt erfolglos zu imitieren. Was wir Zweibeiner für viele Euros im Outdoorgeschäft kaufen, haben die Vierbeiner bereits von Geburt an: richtig gutes Wanderwerkzeug. Doch gerade im Winter werden die Gehwerkzeuge stark strapaziert. Streusalz, das unsere Straßen von Schnee und Eis befreien soll, reizt die sensiblen Pfoten auf Dauer ziemlich stark. Wer seinen Hund zu lange ungeschützt dem Streusalz oder dem scharfkantigen Split aussetzt, riskiert schmerzvolle Entzündungen. Abhilfe bringen Melkfett, Vaseline, spezielle Pfotensalbe oder selbstgemachte Salbe (siehe Infobox), mit denen die Pfoten vor der Wanderung eingecremt werden sollten. Wer länger unterwegs ist, nimmt am besten etwas Nachschub mit und schmiert unterwegs nach.

Übrigens: Die Unterhaut der Hundeballen weist neben reichlich Fettgewebe auch jede Menge Schweißdrüsen auf. Durch Haltebänder aus kollagenen und elastischen Fasern ist die Ballenstruktur gekammert. Die Bänder strahlen von der Lederhaut in die Unterhaut ein und verankern den Ballen an dem unterliegenden Bindegewebe und am Skelett. Die rauen, schwarz-grauen, verhornten, aber stabilen Fettpolster in den Ballen stecken voller Rezeptoren. Sie erkennen Temperaturveränderungen, Berührungen, Vibrationen und Schmerzen. Es heißt, dass aus den Sohlenballen beim Scharren Duftstoffe herausgedrückt werden, durch die der Hund eine Ich-war-hier-Nachricht hinterlässt.

Eine weitere Gefahr besonders für langhaarige Hunde sind Schnee- bzw. Eisklumpen an den Pfoten. Zwischen Ballen und Tatzen wachsen Hunden zum Teil sehr lange Haare, an denen sich im Laufe einer Wanderung Schneeklumpen bilden können, die den Hund beim Laufen behindern und ein ungleichma?ßiges Auftreten zur Folge haben – Verletzungsgefahr! Wenn diese Schneeklumpen gar zu Eis gefrieren, können die feinen Kristalle die empfindliche Haut über den Ballen ebenfalls verletzen. Um das zu verhindern, kann man vorab die zu weit herausragenden Zehenhaare vorsichtig kürzen. Wichtig: Niemals sollten die Haare komplett herausge- schnitten werden, da diese einen wichtigen Kälteschutz für den Hund darstellen. Mit frischer Hundepediküre hat das Eis dann keine Chance mehr.

Und wenn all das nichts hilft und die Pfoten trotz all der Maßnahmen keine Besserung erfahren, können Hundeschuhe die Lösung sein. Solche Überzieher gibt es im Handel in zahlreichen Gro?ßen und Ausführungen. Sie schützen die Pfoten vor den reizenden Einflüssen des Winters, werden aber nicht von allen Hunden problemlos angenommen.

Übrigens: Nach der Wanderung werden die Pfoten am besten in ein wenig lauwarmem Wasser gebadet und so von letzten Salzresten befreit, denn wenn der Vierbeiner die Salzreste selbst abschleckt, kann es zu empfindlichen Magenschädigungen kommen.

Das Fell
Apropos waschen. Auch im Fell bilden sich besonders bei den zotteligen Vierbeinern schnell mal Schnee- und Eisklumpen, die nicht nur lästig, sondern auch gefährlich werden können. Denn wenn der Hund die Klumpen nach einer Wanderung aufschleckt, nimmt er unter Umständen zu viel Eiswasser auf und bei streusalzverunreinigtem Eis sogar die eine oder andere giftige Chemikalie, und das kann wiederum zu Magenproblemen führen. Grobes Abreißen des Klumpens vom Fell kann schmerzvoll sein. Es empfiehlt sich, das Fell nach einer Wanderung mit lauwarmem Wasser abzuwaschen und so die Eisbrocken zu entfernen. Bei besonders anfälligem, weil zotteligem Fell kann Schweifspray helfen. Diese Produkte sind eigentlich für Pferde gedacht, können aber beim Hund ebensogut die Bildung von Eisklumpen reduzieren.

Die Kälte- Während sich Hundebesitzer mit Pullovern, Schals, Mützen oder Funktionswäsche für eine lange Tour in die Gefrierkammern der Natur wappnen, sind Hunde oftmals nur unzureichend vor dem kalten Atem des Winters geschützt. Besonders kleine und ältere Hunde sowie Hunde mit kurzem Haar sind kälteanfällig und sollten einen Wintermantel tragen dürfen. Wird der Wintermantel jedoch nass, lässt das den Hund noch schneller auskühlen, daher sollte eine gute Qualität und hohe Wasserdichte beim Kauf eines solchen Kälteschutzes im Vordergrund stehen. Schlecht verarbeitete Wintermäntel nässen in der Regel sehr schnell. Wird der Wintermantel dennoch mal zu nass, sollte er umgehend entfernt werden. Zurück zu Hause kann man den Vierbeiner dann ein angenehmes Plätzchen in der Nähe der Heizung herrichten und kalte Fliesen mit einer Decke bedecken, sodass sich auch der Hund aufwärmen und wohlfühlen kann. Genauso, wie wir Menschen das gerne machen.

Übrigens: Auch Hunde können sich erkälten! Auffälliges Zittern, eine eingezogene Route, ein staksiger oder ungewohnt langsamer Gang sind die typischen Warnzeichen, bei denen eine Winterwanderung mit Hund umgehend abgebrochen werden sollte. Auf keinen Fall sollten Hunde bei Minusgraden in kaltes Wasser springen, das durchnässte Fell lässt den Hund in Windeseile auskühlen, eine Erkältung hat dann leichtes Spiel.

Eisflächen
Der Klassiker unter den Gefahrenquellen im winterlichen Hundeleben sind Eisflächen. Immer wieder fallen Hunde in zugefrorene Seen und Flüsse; und das bedeutet Lebensgefahr. Am besten leint man den Hund im Umfeld von Eisflächen immer an, es sei denn, der ent- sprechende Bereich ist offiziell zum Betreten freigegeben. Doch auch dann kann der Hund, so wie der Mensch, ausrutschen und sich verletzen, wildes Toben und Spielen sollte daher vermieden werden. Generell besteht auf rutschigem Terrain eine erhöhte Verletzungsgefahr, so schön es auch ist, den Hund beim Toben zu beobachten. Und wenn es doch passiert? Sollte der Hund dennoch mal im Eis einbrechen, gilt es, die Ruhe zu bewahren und umgehend die Feuerwehr zu rufen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Hund selbst aus dem Eis zu retten, zu groß ist die Gefahr, selbst ins Wasser zu fallen.

Winterspeck und Schnee
Der Winter ist eine kräftezehrende Jahreszeit, die einen erhöhten Energiebedarf bei Mensch und Tier zur Folge hat und den Temperaturhaushalt auf Trab hält. Eine erhöhte Tagesration beugt einer latenten Unterernährung vor und sorgt dafür, dass sich der Hund gegen die Kälte ausreichend wappnen kann. Besonders dann, wenn längere Wanderungen unternommen werden. Und wenn wir schon beim Essen sind: Hunde sollten, das gilt für uns Zweibeiner ja ebenso, keinen Schnee essen. Außer gefährlichen Reststoffen von Abgasen und Smog, die Magen-Darm-Erkrankungen zur Folge haben können, ist dort nichts Sinnvolles enthalten. Weder für Zwei- noch für Vierbeiner. Wer kann, sollte dem Hund das chlecken am Schnee frühzeitig abtrainieren. Besonders der Schnee in unmittelbarer Nähe von Straßen ist gefährlich, doch auch der Neuschnee oder Schnee in abgelegenen Wäldern kann Rückstände aus unserer Umwelt enthalten.

Und was trinkt Bello?
Wenn die tierischen Freunde Durst bekommen, und Hunde können ja nicht auf Vorrat trinken, ist es sinnvoll, wenn man eine Ther- moskanne mit erwärmten Wasser dabeihat. Da Hunde bekanntlich nicht aus einer Kanne trinken können, benötigt man noch das schnell auffaltbare Trinkgefa?ß. Der fleißige Genuss von eiskaltem Wasser oder das ständige Schlecken des Schnees kann für die Fellnasen genauso schädlich sein wie für uns Menschen.

Nacht und Nebel
Die kurzen, dunklen Tage des Winters zerren nicht nur an unseren Energievorrat, sondern bei manch einem Wintermuffel an den psychischen Reserven. Die Sonne kriecht schon am Nachmittag unter den Horizont und lässt Halter und Hund mit einer langen Dämmerungsphase im Gelände zurück. Was den einen oder anderen depressiv stimmt, kann auch für die Lieblinge problematisch werden. Ein leuchtendes Halsband oder eine Reflektorweste für den Hund machen sich daher immer gut. Beides gibt’s günstig im Handel zu kaufen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Autofahrer, Radfahrer oder andere Spaziergänger können den Hund frühzeitig erkennen, und Frauchen und Herrchen haben ihren Gefährten stets im Blick. Das ist besonders hilfreich, wenn ihr Schützling ohne Leine umherstreift oder an der langen Laufleine den Spielraum weidlich ausschöpft. So steht der Winterwanderung mit Hund nichts mehr im Weg. Viel Spaß!

 

Hausgemachte Pfotensalbe:  10 g Bienenwachs schmelzen, 2 EL Bienenhonig unterrühren und erkalten lassen. Ein wenig Vitamin E (z.B. eine Vitaminkapsel einstechen) dazugeben und verrühren. Die Salbe wirkt entzündungshemmend und schützt die empfindliche Haut an den Pfoten des Hundes.