Der ganze Hochschwarzwald glitzert in weißer Schneepracht, da zieht es mich einfach hinaus in die unberührte Natur. Um neue Routen auf Schneeschuhen zu erkundigen, melde ich mich bei der Schneeschuh Akademie Hinterzarten zu einer Tour an – wie ich später erfahre, die schwerste Tagestour. Sie bietet allen Konditionsstarken einen Tag schöner Ausblicke, aber auch vieler Herausforderungen. Frühmorgens treffen wir uns am Bahnhof in Himmelreich bei Kirchzarten. Unser Guide Alex verteilt Schneeschuhe und Stöcke und gibt letzte Anweisungen. Gewappnet mit der richtigen Schneeschuhausrüstung, dem Proviantrucksack und der richtigen Kleidung beginnen wir unsere Tour. 25 Kilometer, 1500 Höhenmeter und knapp zehn Stunden Gehzeit wollen in Angriff genommen werden. Schon nach einigen Metern wird uns, trotz der eisigen Temperaturen und den fallenden Schneeflocken, warm.

Weiter geht es stramm bergauf, durch Wälder, über weite Flächen und immer weiter in Richtung des ersten Gipfels – dem Hinterwaldkopf. Während sich im Tal noch der Nebel hält, steigen wir hinauf, raus aus dem Nebel, zu atemberaubenden Aussichten. Während der Schnee wie ein weißer Teppich auf den Wiesen liegt, biegen sich die Bäume unter der Last des Schnees schon fast bis zum Boden. Unsere Spuren ziehen sich durch den unberührten Schnee.

Unser Mittagessen, so scheint es, müssen wir uns erst verdienen, denn der Weg zur Baldenweger Hütte ist wieder mit einem kräftezehrenden Anstieg verbunden. Erschöpft lassen wir uns in der warmen Stube auf die Bänke fallen. Gierig werden die Getränke hinuntergespült und wird sehnlichst auf das Essen gewartet, das die Lebensgeister in uns wieder weckt. Gestärkt machen wir uns auf, die letzten drei Gipfel zu erstürmen. Wir bahnen uns den Weg durch pulvrigen Schnee zum zweiten Gipfel, dem Baldenweger Buck, und kommen unserem höchsten Punkt, dem Feldberg mit 1493 Metern und dem höchsten Berg im Schwarzwald, immer näher.

Vorbei an der Wetterwarte geht es weiter zum Immisberg, dem letzten der vier Gipfel. Beim Bergabwandern habe ich das Gefühl, statt Schneeschuhen Skier unter den Fu?ßen zu haben. Teilweise stecke ich bis zu den Knien im Schnee – kaum zu glauben, wie viel es in den letzten Tagen geschneit hat. Neben uns präpariert der Pistenbully bereits die Piste für die morgigen Skifahrer. Mit den Kräften am Ende, aber überglücklich, lasse ich mich in das Taxi fallen, das uns zu unserem Ausgangspunkt zurückfährt.

Ein schöner, jedoch auch anstrengender Tag geht zu Ende. Ein wenig stolz bin ich, dass ich diese Tagestour geschafft habe. Und eines ist sicher, die nächste Schneeschuhtour im Hochschwarzwald ist schon in Planung.

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